Nur das Glas oder auch das Panel?
Ein Handydisplay besteht aus drei Schichten, die ab Werk fest miteinander verbunden sind. Von außen sieht jeder Sprung gleich aus. Was darunter passiert ist, verrät das Bild.
- DeckglasGehärtet, aber spröde. Hier sitzt der Riss, den Sie sehen.
- Touch-SchichtEin feines Netz aus Leiterbahnen, das Ihre Finger erkennt.
- PanelOLED oder LCD – die Schicht, die das Bild erzeugt.
- Riss im Glas, Bild einwandfrei
- Nur das Deckglas ist gesprungen, das Panel darunter arbeitet. Sie haben Zeit, die Reparatur zu planen – solange Sie das Handy trocken halten und lose Splitter abkleben.
- Schwarze oder farbige Flecken
- Das Panel selbst hat etwas abbekommen. Bei OLED-Displays, wie sie in den meisten iPhones seit dem iPhone X und in den Galaxy-S-Modellen stecken, laufen solche Flecken aus. In der Werkstatt sprechen wir von „Tintenflecken“.
- Linien oder Streifen
- Grüne, pinke oder weiße Linien deuten auf ein beschädigtes Panel hin, manchmal auch auf einen beim Sturz gelockerten Displaystecker. Was zutrifft, zeigt sich am geöffneten Gerät.
- Touch reagiert nicht überall oder tippt von selbst
- Die Touch-Schicht ist beschädigt. Geistereingaben öffnen Apps, wählen Nummern oder geben den Code falsch ein, bis das Handy gesperrt ist – ist am iPhone „Daten löschen“ nach zehn Fehlversuchen eingeschaltet, wird das ernst. Sichern Sie sofort und schalten Sie das Handy danach aus.
- Schwarzes Bild, aber das Handy klingelt
- Das Panel oder seine Verbindung ist ausgefallen, der Rest des Handys läuft. Die Daten sind dann meist noch da; nach dem Displaytausch kommen Sie wieder heran.
Weil die Schichten fest verbunden sind, wird bei Handys die komplette Displayeinheit getauscht; ein Haarriss kostet deshalb so viel wie ein zersplittertes Glas. Anders bei einigen iPad-Modellen: Dort lassen sich Glas und Touch einzeln tauschen, siehe iPad-Display-Reparatur.
Wann Warten teurer wird
Das Display selbst wird nicht teurer, wenn Sie warten. Was durch den Riss hindurch passiert, kann Sie aber mehr kosten: Geld für eine größere Reparatur oder Ihre Daten.
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Feuchtigkeit durch den Riss
Dicht ist ein Handy nur mit intaktem Kleberahmen und heilem Glas. Durch einen Riss ziehen Regen, Dampf aus dem Bad und Schweiß ins Gerät. Unter dem Mikroskop sieht man das später als Korrosion an den Steckern unter dem Display – dann geht es nicht mehr nur um das Display. Wenn es nass geworden ist: Handy ins Wasser gefallen.
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Flecken, die wachsen
Ein kleiner dunkler Punkt am Rand eines OLED-Displays breitet sich oft aus, bis große Teile des Bildes schwarz sind. Das neue Display kostet dann nicht mehr, aber Sie sehen nichts mehr – und ohne Bild können Sie eine Sicherung kaum noch von Hand starten.
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Touch-Aussetzer
Fällt der Touch in einem Streifen aus, kommen Sie irgendwann nicht mehr an die Code-Eingabe. Ein Handy, das sich nicht entsperren lässt, können Sie auch nicht mehr von Hand sichern.
Ein Sonderfall: Bekommt das Glas ohne Sturz einen Riss oder hebt sich das Display an einer Seite, drückt meist ein aufgeblähter Akku von innen dagegen. Dann gehört das Handy weder in die Hosentasche noch ans Ladekabel. Was bei einem aufgeblähten Akku zu tun ist.
Weiter benutzen – geht das?
Meist ja, für eine Weile. Mit ein paar Einschränkungen, die man kennen sollte.
Das Glas zerspringt in feine Splitter, deren Kanten an den Rissen hochstehen. Beim Wischen landen sie in der Fingerkuppe, beim Telefonieren an Ohr und Wange. Kleben Sie die Bruchstelle ab, telefonieren Sie über Lautsprecher oder Kopfhörer und geben Sie das Handy nicht an Kinder weiter.
- Kein Wasserschutz mehr. Auch ein Haarriss lässt Feuchtigkeit hinein.
- Sensoren unter dem Riss. Ein Fingerabdrucksensor im Display erkennt Sie über der Bruchstelle schlechter. Läuft der Riss über die obere Kante, bleibt das Display beim Telefonieren mitunter an.
- Ungenauer Touch am Riss. Tippen Sie neben die Bruchstelle, nicht darauf.
Reparatur: Festpreis und Teilequalität
Getauscht wird die komplette Displayeinheit. Was das kostet, hängt vom Modell ab und von der Qualität des Ersatzteils.
- Apple iPhone 16Display, Premiumab 159 €
- Apple iPhone 13Display, Premiumab 139 €
- Samsung Galaxy S24Display, Original189 €
- Samsung Galaxy A55Display, Original139 €
Festpreise inklusive Mehrwertsteuer; gibt es mehrere Teilequalitäten, steht hier die günstigste. Ihr Modell finden Sie hier:
Welche Teilequalität wir bei Ihrem Modell verbauen, steht beim Preis. Das bedeuten die Angaben:
Wir verbauen grundsätzlich Originalteile; beim iPhone können Sie bei vielen Modellen stattdessen ein günstigeres Nachbauteil wählen. Worin sich die Qualitäten im Alltag unterscheiden, erklärt der Ratgeber Display-Qualitäten. Beim iPhone erscheint nach dem Tausch in den Einstellungen ein Hinweis zum Display, wenn ein Nachbauteil verbaut ist; ein Originaldisplay, das wir nach dem Einbau kalibrieren, löst keine Fehlermeldung aus. Was er bedeutet, steht unter „Unbekanntes Teil“ am iPhone. Alle Modelle mit Preisen: iPhone-Display-Reparatur und Samsung-Display-Reparatur.
Vorsorge für das nächste Mal
Eine Hülle, deren Rand etwas über das Glas hinaussteht, fängt Stürze auf flachen Boden ab. Ein Schutzglas nimmt Kratzer und kleine Stöße auf und springt im besten Fall an Stelle des Displays. Bei einem Sturz auf die Ecke helfen beide nur bedingt: Dort trifft die ganze Wucht eine kleine Fläche.
Die Kosten für das nächste Mal lassen sich mit einem Geräteschutz absichern. Reparaturen nach Sturz und Bruch sind dann je nach Tarif abgedeckt; im Schadenfall reparieren wir.