Ratgeber · Akku
Aufgeblähter Akku: sofort handeln, ohne Panik
Das Display steht an einer Kante ab, die Rückseite drückt nach außen, das Trackpad im MacBook klemmt. Meist steckt ein aufgeblähter Akku dahinter. Das ist ein Grund, das Gerät sofort vom Ladekabel zu nehmen, aber kein Grund zur Panik.
Woran Sie einen aufgeblähten Akku erkennen
Ein Lithium-Akku in Handy, Tablet oder Laptop ist ein flaches Päckchen aus Folie. Altert die Zelle, wird sie oft heiß, lange tiefentladen oder beschädigt, zersetzt sich ein Teil der Flüssigkeit darin zu Gas. Die Folie bläht sich auf wie ein Kissen. Platz dafür gibt es im Gerät nicht – also drückt der Akku gegen das, was am leichtesten nachgibt.
- Displayglas und Panel
- Akku, eine flache Zelle
- Platine
- Rückseite
- Spalt: der Kleber gibt nach
- Zelle voller Gas, drückt nach oben und unten
- Smartphone
- Das Display steht an einer Kante ab, meist dort, wo innen der Akku liegt. Manchmal wölbt sich stattdessen die Rückseite, das Rückglas bekommt einen Sprung von innen, oder das Handy liegt nicht mehr plan und wackelt auf dem Tisch. Im Bild können helle Druckstellen auftauchen, und der Touch reagiert an einer Stelle nicht mehr.
- Tablet
- Beim iPad und vielen anderen Tablets ist das Display nur eingeklebt. Der Akku hebt es am Rand an, oft zuerst in einer Ecke, und die Scheibe federt beim Tippen. Eine feste Hülle hält das Glas manchmal so gut in Position, dass es erst auffällt, wenn man sie abnimmt.
- MacBook und Laptop
- Das Trackpad klickt schwer oder gar nicht mehr und steht leicht über dem Gehäuse. Oder die Unterschale wölbt sich, und das Gerät wackelt auf dem Tisch. Manchmal meldet macOS vorher „Service empfohlen“, nicht immer. Mehr dazu auf der Seite MacBook-Akku tauschen.
- Smartwatch
- Hier drückt der Akku das Display aus dem Gehäuse. Es sitzt schief oder hängt nur noch an seinem Kabel.
Nicht jede Lücke am Display kommt vom Akku. Auch ein Sturz, gealterter Kleber oder eine frühere Reparatur ohne neue Dichtung können das Glas anheben. Solange das nicht geklärt ist, behandeln Sie das Gerät trotzdem so, als wäre es der Akku.
Sofort: vom Strom, nicht drücken, sicher ablegen
Ein aufgeblähter Akku ist beschädigt, aber meist nicht akut gefährlich. Kritisch wird es, wenn Energie, Druck oder Hitze dazukommen. Genau das vermeiden Sie mit ein paar Handgriffen.
- Ladekabel ab und nicht wieder anstecken. Beim Laden wird die Zelle warm und bekommt Energie nachgeschoben – beides treibt die Gasbildung an. Das gilt genauso für die Ladematte, die Powerbank und das Netzteil am Laptop.
- Ausschalten. Wenn das Gerät noch reagiert, fahren Sie es herunter. Der Akku bleibt geladen, aber Display und Prozessor ziehen keinen Strom mehr, und nichts wird mehr warm.
- Nicht drücken. Das Display nicht zurückdrücken, nicht mit Klebeband oder Gummiband zusammenhalten, keine enge Hülle darüberziehen. Eine Hülle, die sich nur mit Kraft lösen lässt, bleibt dran.
- Auf eine nicht brennbare Unterlage legen. Fliesen, eine Fensterbank aus Stein, ein Keramikteller oder ein Backblech eignen sich. Weg von Bett, Sofa, Papier und Vorhängen, nicht in die Hosentasche und nicht in die Schublade zu anderen Akkus.
- Kühl heißt Zimmertemperatur. Kein Kühlschrank, kein Gefrierfach: Beim Herausnehmen schlägt sich Kondenswasser im Gerät nieder. Keine pralle Sonne, keine Heizung, nicht im Auto liegen lassen.
Wird das Gerät heiß, zischt es, raucht es oder riecht es süßlich-chemisch, fassen Sie es nicht mehr an. Fenster auf, Raum verlassen, Tür zu und im Zweifel die Feuerwehr unter 112 rufen.
Warum Sie den Akku nicht selbst herausholen sollten
Videos im Netz lassen einen Akkutausch leicht aussehen. Bei einem aufgeblähten Akku ist er das nicht.
Die Zellen sitzen auf starken Klebestreifen, bei manchen Geräten sind sie vollflächig ins Gehäuse geklebt. Wer mit Schraubendreher oder Messer darunter hebelt, drückt genau auf die Stelle, die ohnehin unter Spannung steht. Wird die Folie dabei durchstochen oder geknickt, kann es innen zu einem Kurzschluss kommen: Die Zelle erhitzt sich in Sekunden, gast aus und kann Feuer fangen.
Dazu kommen die Kleinteile. Über und neben dem Akku laufen dünne Flachbandkabel für Display, Kameras oder Trackpad, und ein aufgeblähter Akku hat sie oft schon unter Zug gesetzt. Beim iPhone kann nach einem Akkutausch zusätzlich die Meldung „Unbekanntes Teil“ erscheinen – was dahintersteckt, steht im Ratgeber Unbekanntes Teil beim iPhone.
In der Werkstatt
Bei uns wird ein aufgeblähter Akku nicht herausgehebelt. Nach dem Öffnen stecken wir ihn als Erstes ab, damit kein Strom mehr ins Gerät fließt. Den Kleber lösen wir, statt Kraft anzuwenden, und arbeiten mit Kunststoffwerkzeug statt Metall. Danach sehen wir nach, was der Druck angerichtet hat – Displayrahmen, Kabel, Trackpad – und sagen Ihnen, bevor wir weitermachen, ob noch etwas anderes nötig ist. Zum Schluss prüfen wir, ob das Gerät mit dem neuen Akku lädt und die Ladeanzeige plausibel ist.
Einschicken? Erst schreiben – oder nach Halver bringen
Normalerweise schicken Sie Ihr Gerät mit dem Versandlabel aus der Buchung zu uns. Mit aufgeblähtem Akku geht das nicht einfach so.
Lithium-Akkus sind beim Transport Gefahrgut. Für intakte Akkus in Handys und Laptops gibt es Erleichterungen, beschädigte fallen da heraus. DHL etwa schließt in seinen Gefahrgutregelungen für Pakete innerhalb Deutschlands beschädigte oder defekte Lithium-Batterien vom Versand aus, ausdrücklich auch dann, wenn sie in einem Gerät stecken.
Von weiter weg
Bitte packen Sie nichts ein, bevor wir uns abgestimmt haben. Stellen Sie uns Ihre Anfrage, am besten mit einem Foto der Wölbung. Dann klären wir gemeinsam, wie es weitergeht.
Aus der Nähe
Bringen Sie das Gerät in die Werkstatt, Mittelstraße 19 in Halver, geöffnet Mo–Do 10–18 Uhr, Fr 10–15 Uhr. Für die Fahrt: ausgeschaltet, in einer festen Dose, in der nichts auf das Gerät drückt, nicht in der Jackentasche und nicht in der Sonne.
Quelle: DHL, Regelungen für die Beförderung von gefährlichen Stoffen und Gegenständen, Teil 2 (PDF, Stand 07/2025); Überblick unter dhl.de/gefahrgutversand. Das ist keine Rechtsauskunft; maßgeblich sind die Bedingungen des jeweiligen Paketdienstes.
Ist der Akku nur schwach, aber flach, gilt der normale Weg: online buchen, Versandlabel per E-Mail, einschicken. Wie das abläuft, steht unter Einsendung.
Was der Tausch kostet
Den Akku tauschen wir zum Festpreis inklusive Mehrwertsteuer. Er hängt vom Modell ab und steht fest, bevor wir anfangen. Sie finden ihn auf der Seite Ihres Geräts oder hier:
- iPhone-Akku tauschen Festpreis je iPhone-Modell und was die Anzeige „Batteriezustand“ bedeutet.
- Handy-Akku tauschen Samsung, Google Pixel, Xiaomi und andere Smartphones.
- MacBook-Akku tauschen MacBook Air und MacBook Pro, Preisliste je Modell.
Oder Ihr Modell direkt suchen:
Hat der Akku das Display angehoben, ist es oft noch in Ordnung – ob Glas und Panel etwas abbekommen haben, sehen wir am offenen Gerät. Bezahlen können Sie online oder nach der Reparatur; auf den neuen Akku geben wir 6 Monate Garantie.
Akkutausch buchen Werkstatt in Halver
Mit gewölbtem Akku bitte nicht einfach einschicken, sondern vorher bei uns anfragen.
Entsorgung: nicht in den Hausmüll
Akkus gehören nie in den Hausmüll oder die gelbe Tonne. Ein beschädigter erst recht nicht: Im Müllwagen wird er gepresst, und Lithium-Akkus gelten als Brandursache in Müllfahrzeugen und Recyclinganlagen.
Steckt der Akku noch im Gerät, geben Sie das ganze Gerät als Elektroaltgerät ab, zum Beispiel beim Wertstoffhof. Aufschrauben oder aufbrechen müssen Sie es dafür nicht. Einen losen Akku kleben Sie an den Kontakten mit Isolierband ab, verpacken ihn einzeln und bringen ihn bald zu einer Sammelstelle im Handel oder zum Wertstoffhof. Bei einem gewölbten Akku fragen Sie beim Wertstoffhof Ihrer Stadt am besten kurz nach, wie er ihn annimmt.
Quellen: Abfallratgeber Bayern: Lithium-Batterien entsorgen; Umweltministerium Baden-Württemberg: Gefahren bei der Entsorgung.
Vorbeugen: Hitze, Dauerladen, fragwürdige Netzteile
Dass ein Akku altert, lässt sich nicht verhindern; mit jedem Ladezyklus speichert er etwas weniger. Wie schnell das geht und ob er sich dabei wölbt, hängt aber stark vom Umgang ab.
- Hitze
- Sie setzt Akkus am meisten zu. Laden unter dem Kopfkissen, Schnellladen in einer dicken Hülle, Spielen am Ladekabel, das Handy im Sommer hinter der Windschutzscheibe: Wärme und volle Ladung zusammen lassen die Zelle am schnellsten altern.
- Dauerladen
- Ein Laptop, der Tag und Nacht am Netzteil hängt, hält seinen Akku ohne Ladegrenze ständig bei 100 %. Viele Geräte bieten ein optimiertes Laden oder eine Ladegrenze an; schalten Sie das ein.
- Netzteile aus unklarer Quelle
- Das Laden regelt die Elektronik im Gerät, nicht das Netzteil. Ein billig gebautes Netzteil kann aber unsaubere Spannung liefern, selbst heiß werden und der Ladeelektronik zusetzen. Eines vom Gerätehersteller oder einer bekannten Zubehörmarke kostet nicht viel mehr.
- Alte Geräte in der Schublade
- Halb geladen lagern, nicht leer und nicht voll, und alle paar Monate nachsehen. Ein Akku, der monatelang leer liegt, nimmt Schaden.
Wie es um Ihren iPhone-Akku steht, zeigt das Gerät selbst: iPhone-Akkuzustand richtig lesen.
Akku gewölbt?
Schreiben Sie uns, bevor Sie etwas einpacken
Wir besprechen mit Ihnen, wie es weitergeht, und nennen Ihnen den Festpreis für Ihr Modell.
Akku nur schwach, aber flach? Akkutausch online buchen
- Festpreis je Modell inklusive Mehrwertsteuer, vorab bekannt.
- 6 Monate Garantie auf den neuen Akku.
- Den Stand Ihres Auftrags sehen Sie jederzeit online: Auftrag verfolgen.
- Werkstatt in der Mittelstraße 19, 58553 Halver – Mo–Do 10–18 Uhr, Fr 10–15 Uhr.
- Fragen vorab: Kontakt.