Warum sichern, wenn nur das Display getauscht wird?
Bei den meisten Reparaturen bleibt der Speicher unberührt. Display, Akku, Kamera und Ladebuchse sind eigene Teile; Ihre Daten liegen auf einem Chip der Hauptplatine, an dem wir dabei nicht arbeiten.
Geöffnet wird das Gerät trotzdem. Wir weichen den Kleber mit Wärme auf, heben das Display oder den Deckel ab, klemmen als Erstes den Akku ab und lösen die Flachbandkabel. Hatte das Handy vorher einen Sturz oder Feuchtigkeit abbekommen, kann auf der Platine schon ein Schaden sitzen, der sich erst beim nächsten Start zeigt. Zusagen, dass die Daten in jedem Fall bleiben, kann deshalb niemand. Und geht ein Paket unterwegs verloren, ersetzt eine Versicherung das Gerät, nicht die Fotos darauf.
- Display, Akku, Kamera, Rückglas, Ladebuchse Am Speicher wird nicht gearbeitet. Die Sicherung ist Vorsorge.
- Wasserschaden, Platinenreparatur Wir arbeiten auf der Platine, unter dem Mikroskop mit Lötkolben und Heißluft. Startet das Gerät noch: vorher sichern.
- Betriebssystem neu installieren Beim Handy wird der Speicher dabei gelöscht, am Computer je nach Weg. Ohne Sicherung ist danach womöglich nichts mehr da.
iPhone und iPad: iCloud-Backup oder Sicherung am Computer
Beide Wege sichern Einstellungen, Apps mit ihren Daten, Nachrichten und Fotos. Was ohnehin schon in der iCloud liegt, etwa iCloud-Fotos, Kontakte und Kalender, nimmt das iCloud-Backup nicht noch einmal auf.
In die iCloud
EinstellungenIhr NameiCloudiCloud-BackupBackup jetzt erstellen
Das iPhone muss dafür im WLAN sein. Lassen Sie es liegen, bis die Sicherung durch ist; darunter stehen dann Datum und Uhrzeit des letzten Backups. Ist das die Uhrzeit von eben, ist alles gut. Ist „Backup dieses iPhone erstellen“ eingeschaltet, sichert das iPhone ohnehin von selbst, sobald es am Strom hängt, im WLAN ist und der Bildschirm gesperrt ist – meist also nachts.
Am Mac oder Windows-PC
iPhone per Kabel anschließen, auf dem iPhone „Vertrauen“ tippen und den Code eingeben. Am Mac wählen Sie das iPhone in der Seitenleiste des Finders, am Windows-PC öffnen Sie die App „Apple-Geräte“, auf älteren Systemen iTunes.
Finder oder Apple-GeräteAllgemeinLokales Backup verschlüsselnBackup jetzt erstellen
Achten Sie darauf, dass unter „Allgemein“ die Sicherung auf diesem Computer ausgewählt ist, nicht die iCloud. Die Verschlüsselung lohnt sich, denn nur dann sind gespeicherte Passwörter und Health-Daten dabei. Notieren Sie das Passwort dafür: Ohne es lässt sich das Backup nicht zurückspielen.
Für beide Wege brauchen Sie später das Passwort Ihres Apple Accounts (früher Apple-ID). Prüfen Sie jetzt, ob Sie es wissen – nicht erst beim Wiederherstellen.
Android: Google-Konto, Google Fotos, Samsung Smart Switch
Bei Android ist die Sicherung auf mehrere Stellen verteilt, und die Menüs heißen je nach Hersteller etwas anders. Sehen Sie lieber einmal mehr nach, als sich auf einen Schalter zu verlassen.
Google-Sicherung
EinstellungenGoogleSicherungJetzt sichern
So oder ähnlich heißt der Weg auf vielen Geräten; je nach Hersteller und Android-Version liegt die Sicherung unter „Google-Dienste“, „Alle Dienste“ oder bei Samsung unter „Konten und Sicherung“. Gesichert werden Apps mit ihren Daten, Anrufliste, Kontakte, Geräteeinstellungen und SMS. Den genauen Weg für Ihr Gerät zeigt die Android-Hilfe von Google.
Fotos und Videos
Bilder stecken nicht in dieser Sicherung, sondern laufen über Google Fotos. Öffnen Sie die App und sehen Sie nach, ob die Sicherung eingeschaltet und abgeschlossen ist. Google gibt 15 GB kostenlos, geteilt mit Gmail und Google Drive – bei vielen Videos reicht das nicht. Dann kopieren Sie die Bilder per USB-Kabel auf den Computer: am Handy die Dateiübertragung erlauben, die Kamerafotos liegen im Ordner DCIM.
Samsung Galaxy: Smart Switch
Für Galaxy-Geräte gibt es Samsung Smart Switch als kostenloses Programm für Windows und Mac. Handy per USB anschließen, den Zugriff am Handy erlauben, im Programm die Sicherung starten. Nachrichten, Kontakte, Fotos, Einstellungen und Apps landen so in einem Rutsch auf dem Computer; was dabei sein soll, wählen Sie vorher aus.
Eine Speicherkarte nehmen Sie vor der Reparatur heraus. Für die Reparatur brauchen wir sie nicht, und was darauf liegt, bleibt so bei Ihnen.
WhatsApp: die Chats sichern Sie extra
Viele verlassen sich auf die Gerätesicherung und merken erst beim Wiederherstellen, dass WhatsApp nach seiner eigenen fragt. Starten Sie sie deshalb vor der Reparatur von Hand.
Auf dem iPhone
WhatsAppEinstellungenChatsChat-BackupBackup jetzt erstellen
Die Sicherung liegt in iCloud Drive. Das muss eingeschaltet sein, und auf dem iPhone wie in der iCloud braucht es gut doppelt so viel freien Platz, wie das Backup groß ist.
Auf Android
WhatsAppDrei-Punkte-MenüEinstellungenChatsChat-BackupSichern
Die Sicherung geht in Ihr Google-Konto und zählt dort inzwischen zum Speicherplatz. Prüfen Sie unter „Google-Konto“, welches Konto eingetragen ist, bevor Sie auf „Sichern“ tippen.
Zurück bekommen Sie die Chats nur mit derselben Telefonnummer und demselben Apple Account oder Google-Konto. Haben Sie die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Backups eingeschaltet, brauchen Sie außerdem das Passwort, den Passkey oder den 64-stelligen Schlüssel, den Sie dafür festgelegt haben. Große Videos machen die Sicherung langsam; wenn es eilt, lassen Sie sie weg. Signal, Threema und andere Messenger haben eigene Sicherungen – sehen Sie dort in den Einstellungen nach.
Mac und Windows: externe Platte, Cloud, Schlüssel
Auf Laptops und PCs liegt oft das, was sich nicht wiederbeschaffen lässt: Fotos aus Jahren, Steuerunterlagen, die Abschlussarbeit. Und gerade dort ist die letzte Sicherung häufig Monate alt.
Mac: Time Machine
SystemeinstellungenAllgemeinTime MachineBackup-Volume hinzufügen
Sie brauchen eine externe Festplatte oder SSD über USB oder Thunderbolt, laut Apple mit mindestens doppelt so viel Platz wie der Speicher Ihres Macs. Nehmen Sie am besten eine leere: Ist sie anders formatiert, bietet der Mac an, sie zu löschen. Die erste Sicherung dauert lange. Vor dem Termin starten Sie über das Time-Machine-Symbol in der Menüleiste noch einmal „Backup jetzt erstellen“.
Dokumente in iCloud Drive sind abgeglichen, nicht gesichert: Was Sie löschen, verschwindet dort genauso. Prüfen Sie außerdem, ob Sie Ihr Anmeldepasswort wissen. Bei MacBooks mit T2- oder Apple-Chip ist die SSD verlötet und verschlüsselt; ist FileVault eingeschaltet, kommt ohne dieses Passwort niemand an die Daten, auch wir nicht. Mehr dazu unter MacBook-Datenrettung.
Windows: Dateiversionsverlauf, OneDrive oder einfach kopieren
SystemsteuerungSystem und SicherheitDateiversionsverlauf
Dort wählen Sie die externe Platte aus und schalten den Dateiversionsverlauf ein. Er sichert dann laufend Dokumente, Bilder, Videos und den Desktop. Windows 11 bringt zusätzlich die App „Windows-Sicherung“ mit, die Ordner und Einstellungen in OneDrive ablegt; kostenlos sind dort 5 GB. Wenn es schnell gehen muss, ziehen Sie die Ordner Dokumente, Bilder und Desktop von Hand auf eine externe Platte. Das ist auch eine Sicherung, und für eine Reparatur reicht sie meistens.
BitLocker-Schlüssel notieren. Ist BitLocker oder die Geräteverschlüsselung aktiv, kann Windows nach einer Änderung an der Hardware beim Start nach dem Wiederherstellungsschlüssel fragen, einer 48-stelligen Zahl. Wurde der Laptop mit einem Microsoft-Konto eingerichtet, finden Sie ihn unter aka.ms/myrecoverykey. Schreiben Sie ihn ab, bevor der Laptop in die Werkstatt geht.
Wenn das Gerät nicht mehr startet
Dann lässt sich nichts mehr sichern. Verloren ist deshalb noch nichts – solange Sie jetzt nichts überstürzen.
Sehen Sie zuerst nach, was schon in der Cloud liegt: am Computer unter icloud.com oder photos.google.com. Oft sind die Fotos dort, und die Lage ist halb so schlimm.
Bitte nicht
- das Gerät zurücksetzen oder das System neu installieren,
- den Code raten – nach zu vielen Fehlversuchen sperrt sich das iPhone, und ist „Daten löschen“ eingeschaltet, löscht es sich nach zehn Versuchen selbst,
- ein nasses Gerät laden oder einschalten (was stattdessen hilft),
- eine klackernde Festplatte immer wieder anschließen.
Bei iPhones, aktuellen Android-Handys und Macs mit T2- oder Apple-Chip führt der Weg zu den Daten über die eigene Platine: Der Speicher ist verschlüsselt, der Schlüssel steckt im Prozessor desselben Geräts. Wir bringen die Platine unter dem Mikroskop so weit in Ordnung, dass das Gerät wieder startet, und sichern dann mit Ihrem Code. Zusagen kann das vorher niemand; nach der Diagnose wissen Sie, wie die Aussichten stehen.
Nach der Reparatur wiederherstellen – wenn es nötig ist
Nach einem Display- oder Akkutausch müssen Sie in aller Regel nichts wiederherstellen. Das Gerät kommt mit denselben Apps, denselben Fotos und demselben Code zurück.
Die Sicherung brauchen Sie, wenn ein Gerät neu eingerichtet werden musste oder Sie auf ein anderes umziehen. Beim iPhone wählen Sie dann während der Einrichtung die Übertragung aus dem iCloud-Backup oder vom Computer; bei Android melden Sie sich mit Ihrem Google-Konto an und wählen die Sicherung aus. WhatsApp fragt nach dem Bestätigen der Telefonnummer von selbst, ob es den Chatverlauf wiederherstellen soll.
Denken Sie auch an Authenticator-Apps für die Zwei-Faktor-Anmeldung: Deren Codes kommen nach einer Neueinrichtung nur zurück, wenn die Sicherung in der App selbst eingeschaltet war. Sehen Sie dort nach, bevor das Handy weggeht. Die alte Sicherung löschen Sie erst, wenn alles wieder da ist.
Vor dem Termin oder dem Versand